IKZM
Integriertes Küstenzonenmanagement in Deutschland

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


Umweltbundesamt - Für Mensch und Umwelt

Bundesamt fü Naturschutz

3 IKZM auf EU-Ebene

3.2 Indikatoren

Priel; Foto: © Bioconsult Schuchardt & Scholle GbRZur Unterstützung des IKZM-Prozesses in den Mitgliedstaaten hat sich die EU auch mit dem Thema IKZM-Indikatoren befasst. Um den Grad der Umsetzung des IKZM zu messen, schlug die IKZM-Arbeitsgruppe „Indikatoren und Daten“, sog. Fortschrittsindikatoren vor. Diese sollen ermitteln, in welchem Umfang die einzelnen Küstenländer- und -regionen bereits IKZM-Maßnahmen eingeleitet haben.

Die Arbeitsgruppe legte darüber hinaus materiell-inhaltliche Nachhaltigkeitsindikatoren zur Ermittlung des Zustands und der Entwicklung im Küstenraum vor. Mit ihrer Hilfe lässt sich überprüfen, wie nachhaltig die Entwicklung im untersuchten Küstenraum ist.

Ein speziell von der EU gefördertes Projekt zur  küstenbezogenen Indikatoren ist das DEDUCE-Projekt. DEDUCE steht für développement durable des zones côtières européennes (dt.: Nachhaltige Entwicklung der europäischen Küstenzonen). Das Projekt wurde von 2005 bis 2007 im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIC . durchgeführt.  Ziel war es, den Nutzen der WG-ID-Nachhaltigkeitsindikatoren zu bewerten und deren Entwicklung zu vollenden. Die Haupt-Ergebnisse dieser Arbeit wurden 2007 im Abschlussbericht des Konsortiums, den „Indicators Guidelines“, zusammengefasst.

Einen weiteren europäischen Indikatoren-Ansatz liefert das SUSTAIN-Projekt. SUSTAIN war ein mit 1,8 Millionen Euro budgetiertes, dreijähriges EU-Forschungsprojekt im Rahmen von INTERREG-IVC, welches den europäischen Gemeinden und Küstenbehörden das methodische Rüstzeug liefern sollte, die nachhaltige Entwicklung an ihren Küsten selbstständig zu überprüfen und langfristig zu sichern.

Die Autoren haben sich bei der Zusammenstellung der Indikatoren an bereits bestehenden Sets orientiert, etwa den Meilensteinen für nachhaltigen Tourismus, die im Rahmen des Coastal Practice Network (CoPraNet – „Beitrag zur Etablierung eines europäischen Netzwerks von Praktikern im Küstenraum“) entwickelt wurden. Interessant am SUSTAIN-Set ist, dass dieses sowohl obligatorische als auch optionale Indikatoren beinhaltet und den Küstenpraktikern durch ein Bewertungssystem die Möglichkeit gibt, die verschiedenen Indikatoren individuell zu gewichten.

Mit „QualityCoast“ gibt es außerdem seit 2007 ein von der Europäischen Küstenunion (EUCC) betriebenes Zertifizierungsprogramm für nachhaltigen Tourismus. Seit der Gründung wurden mehr als 140 Standorte in 23 Ländern mit dem goldenen, silbernen oder bronzenen „Policy Award“ ausgezeichnet.

Grundlage für die Auszeichnung ist ebenfalls eine umfangreiche Indikatorenliste. Sowohl die Teilnehmer selbst als auch die Jurymitglieder bewerten verschiedene Kriterien, z.B. für nachhaltigen Tourismus, auf einer Skala von 1 (keine nennenswerten politischen Initiativen in diesem Bereich) bis fünf (umfassende politische Verwirklichung).