IKZM
Integriertes Küstenzonenmanagement in Deutschland

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit


Umweltbundesamt - Für Mensch und Umwelt

Bundesamt fü Naturschutz

6 IKZM auf Bundesebene

6.3 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Innovative Projekte zum IKZM werden auch vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung durchgeführt.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) führte im Auftrag des BMVBS ein Ressortforschungsprojekt zum Thema „Die deutsche Hafenentwicklung an der Nord- und Ostseeküste und ihr raumordnerischer Handlungsbedarf“ durch und veröffentlichte die wesentlichen Ergebnisse in der Publikation „IKZM und Hafenentwicklung“. Im Rahmen des Forschungsfeldes wurde der Fokus auf die Hafenentwicklung gelegt. Auf Basis einer Bestandsaufnahme von drei deutschen Seehäfen wurden die Wechselbeziehungen der ökonomischen, ökologischen und sozialen Systeme analysiert und deren Konfliktpotenziale identifiziert. Abschließend wurde der raumordnerische Handlungsbedarf für eine nachhaltige Hafenentwicklung, insbesondere in Bezug auf Flächen und Verkehr, formuliert und Empfehlungen für die Raumordnung und das IKZM abgegeben.

Raumordnung auf dem Meer (BMVBW 2002) PDF / 1,33 MB und Integriertes Küstenzonenmanagement (IKZM) sind zwei Seiten einer Medaille. Zum einen ist die Ordnungsfunktion der Raumordnung für die vielfältigen, oftmals konkreten Nutzungsansprüche im deutschen Küsten- und Meeresraum gemeint, zum anderen geht es um ein Managementinstrument, das im Rahmen einer ganzheitlichen, abwägenden Betrachtung die konkurrierenden Nutzungen hin zur nachhaltigen Entwicklung steuert und Nutzungskonflikte vorausschauend vermindert oder verhindert. Ziel muss es sein, die Aufgaben der verschiedenen Verwaltungsakteure im IKZM zu klären und mögliche Koordinierungserfahrungen umzusetzen. Siehe dazu auch: Glaeser, B., Gee, K., Kannen, A. & A. Sterr (2004): Auf dem Weg zur nationalen IKZM-Strategie: Perspektiven der Raumordnung. Dokumentation des Workshops in Berlin am 23. und 24.10.2003, Bonn PDF / 541 KB

Frachtschiff; Foto: © Bioconsult Schuchardt & Scholle GbRIm Rahmen der Gemeinschaftsinitiative INTERREG III B (Interreg III B North Sea Programme Secretariat , 2004) PDF / 411 KB und der Vorläuferinitiative INTERREG II C wurden auch transnationale Projekte zum IKZM gefördert. Sowohl im Nordseeraum als auch im Ostseeraum konnten im Rahmen von INTERREG-Projekten erste wichtige transnationale Ergebnisse gewonnen werden.

Im Nordseeraum sind folgende INTERREG-Projekte zu nennen, die der Forschung zum IKZM dienen: im Projekt „NORCOAST“ - Integrated Coastal Zone Management and Planning werden auf der Grundlage eines Vergleiches der Planungsstrategien und -systeme der beteiligten Regionen aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Schweden und den Niederlanden Empfehlungen zu einer gesamträumlichen Planung von Küstenzonen erarbeitet; das Projekt SEAGIS - GIS and Coastal Zone Management and Planning liefert die Basis für einen zukünftigen Bezugsrahmen zur Einführung von GIS-basierten Küstenzonenmanagement- und Küstenplanungssystemen. COMRISK - Common Strategies to Reduce the Risk of Storm Floods in Coastal Lowlands ist ein gemeinsames Projekt der Küstenschutzbehörden der Nordseeregion mit dem Ziel einer Verbesserung des Risikomanagements der Küstenregionen entlang der Nordsee durch den Austausch von Erfahrungen und Know-how und die Durchführung von Fallstudien.

Im Rahmen der Forschung zum IKZM lassen sich in der Ostseeregion folgende INTERREG-Projekte nennen: PROCOAST - Harmonisation of uses and interests in the Baltic Sea Coastal Zones mit dem Projektziel der Erarbeitung von gemeinsamen praxisorientierten Richtlinien über die Umsetzung bzw. Integration von Umweltaspekten, insbesondere der HELCOM- und VASAB-Empfehlungen, im praktischen Planungsprozess im baltischen Küstenraum. Damit sollte insbesondere in den Küstenverwaltungen eine Expertise geschaffen werden, die eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung der verschiedenen Belange im Küstenraum gewährleistet. Das Projekt BALTCOAST - Integrated Coastal Zone Development in the Baltic Sea Region zeigt den Küstengebieten der Ostsee praktische Wege zur wirtschaftlichen Entwicklung auf, mit denen gleichzeitig der Umweltschutz gefördert wird, um eine integrierte Küstenplanung einzuführen.